Stephan Lenz - Stephan Lenz Fotografie und Film Berlin

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Arbeit

Stephan Lenz |SOUND&TON
                                       
- d i r e k t  a u f,s  O   H   R

"Ton ist der halbe Film" |George Lucas

Es gehört zu den großen Missverständnissen des Kinos, dass der so genannte Stummfilm jemals "stumm" gewesen sei. Stumm waren lediglich die Akteure/innen. Musik aber war von Beginn an ein integraler Bestandteil der Kinoerfahrung: zur Akzentuierung der Dramatik, als komödiantisches Element, aber auch als eigenständige künstlerische Darbietung. Kurz: Eine Filmvorführung ohne musikalische Begleitung war schlicht undenkbar. Das Publikum hatte das Kino lange Zeit nur als eine elaborierte Form des Theaters betrachtet. Mit der Einführung des Tonfilms sollte sich das ändern. Der synchrone Ton löste – im Gegensatz zum gestenreichen, eher abstrakten Spiel der Darsteller/innen – erstmals einen Anspruch auf Realismus ein, und veränderte damit auch die Rezeption des Kinos an sich

Realismus war lange der Schlüsselbegriff, wenn es um den Ton im Kino ging. Der Begriff "Sound Design" kam zu Beginn der 1970er-Jahre auf, als der Zusammenbruch des klassischen Studiosystems jungen Filmemachern/innen die Gelegenheit gab, sich an neuen Produktionsweisen zu versuchen. Die künstlerische Sozialisation von Regisseuren wie George Lucas, Steven Spielberg oder Francis Ford Coppola war maßgeblich über die Popkultur der 1960er-Jahre erfolgt. So zeigten sie ein verstärktes Interesse an der Technologie der Musikindustrie, die der Tontechnik im Film damals um etwa zehn Jahre voraus war. Der Begriff "Sound Design" meint nichts anderes als das, was schon Fritz Lang oder Alfred Hitchcock Jahrzehnte vor den Filmemachern der New-Hollywood-Ära praktiziert hatten: einen kreativen Umgang mit den Möglichkeiten des Tons sowie die künstlerische Bearbeitung von Geräuschen für einen bestimmten dramatischen Effekt.

Im Hörfunk wird der Begriff Sound Design als Bezeichnung für das „Layout“ eines Senders, den technischen Klang (Einstellung der Bearbeitungsgeräte wie z.B. Optimod) und die Produktion der damit verbundenen Elemente (Jingles, Trailer, Transitions usw.) verwendet. Die Abteilung Sound Design ist verantwortlich für die Produktion, Aktualisierung und Weiterentwicklung des Stationsounds.

In der Postproduktion von Filmen wird darunter die gestalterische Arbeit an allen akustischen Elementen mit Ausnahme der Musik verstanden, also an Dialog, Geräuschen, Atmosphären und Soundeffekten. Diese Klangelemente werden je nach Budget und Verwendungszweck – selbst aufgenommen und/oder aus Geräuscharchiven entnommen und anschließend bearbeitet. So kann aus tibetanischem Mönchsgesang das Geräusch eines Raumschiffs entstehen, aus Gibbongebrüll die Sirene eines fliegenden Polizeiautos aus der Zukunft.

 
 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü